Offene Ateliers 2020

Stefan Zoellner WuWei Kampo

Kampo, 2020, from the series “Wu Wei” (right click to zoom)

Wu Wei

Der Versuch, heute wieder eine Kunst der Nichtkunst zu statuieren, ist wie bei meinen Vorgängern von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und dennoch mache ich voller Lust und Laune genau das: Wu Wei bedeutet für mich, das künstlerische Können vollständig beiseite zu lassen. Das Finden der verwendeten Elemente, der Herstellungsprozess der Objekte und das Arrangement zu Lokalen Gruppen folgt beiläufig und bescheiden der Ästhetik des Wabi Sabi. Meine handwerkliche Leistung reduziert sich auf das Schaffen einer Bühne für das, was geschehen soll. Die Emergenz der Einzelteile geschieht spontan und fast ohne mein Zutun, so als ob die Dingwelt sich gleichsam magisch verselbstständigen und ihren eigenen Tanz aufführen würde. Indem ich den Dingen ihren Lauf lasse, werde ich zum Ding-Mystiker.

Es geht darum, den Dingen ihren Wert zurück zu geben. Wir haben schon viel zu lange eine gedankenlose Wegwerfmentalität geduldet. Ich bin kein Wegwerfer, sondern ein Sammler und Transformator.

Königin

Stefan Zoellner Koenigin 2012 Simulacron

“Köngin”

Kunststoff ca. 30 x 16 x 10 cm, 2012 (Werkgruppe Simulacrum)

“Dazu kommt, dass Mutter Natur in die Urelemente
wiederum alles zerstreut und nichts in das Nichts wird vernichtet.
Denn wär’ irgendein Wesen in allen Teilen zerstörbar,
Würd’ es den Augen entschwinden im Nu, sobald es der Tod trifft.”

Lukrez, Über die Natur der Dinge
(Quelle: zeno.org)

Ohrenrutsche

Objekt von 2007 (> Labor)

Poesie, die von einem wissenschaftlichen Geist hervorgebracht wurde, ist eine Verführung.

Ödipus hätte den Raum der Spezies erahnen können, wenn der Künstler ein Navigator gewesen wäre.

… Ohne Projektion vom Hirn durch das Auge bleibt jede Erscheinung blind & jeder Gedanke impotent.

(Manipulierte, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate von Roberto Matta)