Chimären

“Brut”, 2009
@ WP8, Düsseldorf
(Foto: Heinz Hachel)
hat damit zu tun, Dinge passieren zu lassen
(… passieren im Sinne von etwas, das im Vorbeigehen geschieht)

“Wimpernstein”, 2009 (Anagramme I)
Jede INTERAKTION mit Geist oder Materie ist “erotisch”.
Sich zwischen KÖRPER und SEELE entscheiden als “Entweder-Oder” ist Schwachsinn.
Es gibt NICHTS ohne Erotik.
Es gibt NICHT “Keine-Materie”.
So wie “Jemand-Nicht-Mögen” auch EROTIK ist.
Es gibt NICHT “Keine-Kommunikation”.
Das “betrifft” auch AUTISTEN.
… zwischen Sex und Keuschheit ist keine “TRENNUNG”…
Im Rahmen der Arbeit “Anagramme” führte eine Serie von Wortverdrehungen zur “Leiterin der Fuge” (eine multiple Persönlichkeit zwischen einer unbekannten Bürovorsteherin und Paul Celan) und ihren Anweisungen: nämlich dass ich eine Fuge komponieren müsse, betitelt “C-Dur Brille”.
Ein Axiom vom “Anagramme” lautet: alles was dabei herauskommt, muss realisiert werden. Also hatte ich keine Wahl.
Nun habe ich natürlich keine Ahnung, wie so etwas geht. Das dreisemestrige Studium der Musikwissenschaft hat da nichts hinterlassen. Neulich, zu Besuch bei einem Freund, schlug ich vor, eine Fuge zu komponieren. Ich dachte mir am Klavier eine kleine Melodie aus, von der ich glaubte, sie klinge irgendwie nach Bach (um bescheiden zu bleiben). Währendessen fragte ich Georg, ob es nicht ein Programm gäbe, dass Fugen berechnen könne. Er fand sofort was. Ein halbe Stunde später hatte wir “Tonica_Fugata” installiert, die Melodie notiert, eingegeben und drückten den Button “Fuge berechnen”.
Innerhalb einer Microsekunde spukte das Programm die fertige Partitur aus.
Hier ist sie:
cdurbrille 2009 / mp3-128kBits/s-Stereo
Die einstimmige Melodie am Beginn ist mein Werk, der mehrstimmige Rest ist das Produkt eines coolen Algoritmus’.

Die “Leiterin der Fuge”, 2009
1.) Etwas, das per se keine Bedeutung hat, bekommt diese durch Fokussieren und Insistieren.
2.) Wenn also an sich bedeutungslose Objekte mit semantischem Mehrwert aufgeladen werden, liegt dem ein Fokussieren und Insistieren zugrunde,
3.) Will eine Behauptung einen Sinn erfinden, muss sie so fokussiert sein, dass sie Tatsachen gebiert.
4.) Tatsachen (Objektebene) sind identisch mit Behauptungen (Wortebene) in dem Sinne, dass eine Möglichkeit sich (real) behauptet hat & den Beweis auf diese Weise existentiell erbringt.
5.) Behauptung - Beweis - Gesetz
Thesen aus “Anagramme”, 2009

Ein ereiferter Dorn im Bitumentest, 2009
Jürgen Fricke hat als Strippenzieher im Hintergrund dafür gesorgt, dass das 4D-Schach erneut der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Sigint 2009, veranstaltet vom Chaos Computer Club findet vom 22-24-5.2009 in Köln / Mediapark statt.
Interessierte können im Vorfeld hier die Spielregeln studieren.

2 Spieler überdenken ihre Strategie (Vernissage der Ausstellung “Hasta l’Awista” in Düsseldorf, 2006) - Foto: Heinz Hachel
Neues Projekt im Rahmen der Semantischen Felder: ANAGRAMME
Die Idee: Mit Hilfe von Anagrammen (sprachlich) zu neuen Denkgebilden (Objekten) kommen.
Durch Sprach- und Objektzerlegung einen inhaltlich-konzeptuellen Mehrwert erzeugen.

Mit getrockneter Hühnerhaut überzogener Maulkorb, 2009

Maulkorb, Hähnchenschenkel (Bio), 2009

Print auf Transparentpapier, 2003

Enigmatische Tools aus “Das Labor” @ derRaum, 2007

Muff, Objekt aus “Darkroom” @ derRaum, 2004
Mit der Energie eines Quasares auf unbekannten Frequenzen senden ..
Minimale Geste
Und damit dann wuchern
ACHTUNG! ICH KÜNDIGE MEINE TATEN IM INTERNET AN!
|
Scheidenwurst Qualschrank Schwitzkanone Leberspeckquirll Landungserbsen Folterquallen Tickzucker Mehlschweiß Hepatitiscreme Schabfleischlampe Kothaube Psychodiaphragma Milchfettpumpe |
Pickelfutter Urinpeitsche Filzlinseneintopf Wespenhonig Drehschmalzlamellen Lattenpulver Rektalbörse Anisöffnung Hemmschwelle Ekelspender Kiemenbremse Autogenes Scheißen Narkosensex |
Wortliste vom 6. Januar 1995 (Seite 1 )
Die kursivgedruckten Erfindungen wurden in ein Lauflicht einprogrammiert und 1995 in der Ausstellung “Fallen und Trophäen” im Schaufenster der Galerie am Schlachthof in Köln gezeigt.
Die fettgedruckten können hier vom CELEBRALATOR materialisiert werden.
Die Erfindungen wurden für die Aktion “Der wahre Underground” (in der Kanalisation in Düsseldorf, 1996) mit Edding auf Luftballons geschrieben und in das anwesende Publikum, das der Slampoetry vom Stan Lafleur und anderen lauschte, verteilt.
hier ist die vollständige Liste von “Noch zu erfinden …”
Multiple Zukünfte
wollen wie alle einzigartigen Verzweigungen lieber doch
im Myzel einer Singularität verdichtet sein, um da dann endlich fein zu werden

Ähnliche Vorgänge
in den Windungen des Hirns
nach aussen gedreht, um Geist-Hoffnung zu erfinden
Dazu Pilze und Kartoffeln essen

(Bildzitat www.violet-wand-germany.biz)
Ich schwöre, heute höre ich zum ersten Mal den Begriff “Violet Wand” und erfahre, was es damit auf sich hat.
Dabei habe ich einen Original Violet Wand, ohne Tesla-Trafo und Handgriff, aber mit vielen noch intakten Elektroden, für eine Spottpreis auf dem Flohmarkt gekauft, ohne zu wissen, zu was die sonderbaren Geräte gut sein sollten … zu einer Zeit als meine Kofferserie schon 2 Jahre alt war. Ich wollte ihn erst nicht haben, weil er die Originalität meiner Idee untergrub. Irgendwie ein alberner Gedanke, denn meine Koffer kommen kunsthistorisch ja nicht aus dem Nichts. Wenn man sich nun die Ästhetik der Violet Wands aus den 20er Jahren einmal ansieht, kann man sich aber auch fragen, inwieweit die Idee des Vaters aller Kunstkoffer (MD/RS) absolut originär war. Und das rückt die Dinge in ein neues Licht.
Man kann sich außerdem fragen, ob das Schwarzlicht, das ich seit einiger Zeit in meinen Installation benutze, auch wieder mit all dem zu tun hat.
Derzeit arbeite ich erneut am Projekt Semantische Felder und der forcierte Drang, alles mit allem zu verbinden, greift auf meine Wahrnehmung über. Interessanter Zustand.
Die seltsamen Früchte demnächst hier …
(Video “changeling”, made by Ansgar Grimmenstein)
Dokumentation:
Eröffnung 1 (flickr account von Siggi Becker) Fotos von Georg Heuschen und Stefan Zöllner
Eröffnung 2 (flickr account Stefan Zöllner) Fotos von Ansgar Grimmenstein
Pressespiegel:
Kölnische Rundschau

Eine Rauminstallation in der Giesler Galerie vom 8.12 - 31.12.2008
Zur Matinée am 7.12.2008 um 12 Uhr im Café Giesler‘s
50321 Brühl, Uhlstrasse 100 laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Es spricht der Grimme-Online-Award Preisträger Siggi Becker
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Giesler‘s
täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr zu sehen.
Realisation der Ausstellung: GALERIE Vorbrodt
Drone, Beitrag von spiegel online, heute
Moths uralter Beitrag von Times online, 2007 (kam mir hier heute so unter die Maus …)